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Geco-Gardens: Die kleine Farm auf dem Balkon

Er kommt aus einem Dorf im Schwarzwald, alte knorrige Bäume, Bäche, Blumenwiesen – eine Idylle. Seine Heimat kann Bastian Winkler nicht verpflanzen. Doch der leidenschaftliche Gärtner will, dass in Städten viele grüne Oasen entstehen. Deshalb hat der Agrarwissenschaftler das Geco-Gartensystem entwickelt. Damit kann jeder aus Bioabfall, Wasser und Sonnenenergie eigene Lebensmittel auf dem Balkon oder der Terrasse, auf Flachdächern oder in Innenhöfen anbauen und Salat, Erdbeeren oder Tomaten ernten.

Ressourcen schonen

Es war im Jahre 2012. Da hat Bastian Winkler während einer Forschungsreise in Südafrika ein ressourceneffizientes Anbauverfahren entdeckt. Aquaponik heißt das Zauberwort, bei dem Fische und Pflanzen einen natürlichen Kreislauf schaffen, ein Verfahren, das Techniken für die Aufzucht von Fischen in Aquakultur und Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. Der Doktorrand am Fachgebiet ‚Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen‘ an der Uni Hohenheim war begeistert und wollte genau diese Verfahren auf deutsche Städte übertragen. „Doch die Hürde ist für Privatpersonen zu hoch. Menschen, die sich fürs Gärtnern interessieren, wollen nicht auch noch Fische halten“, sagt er. Deshalb reifte eine bessere Idee: Die Fische wurden durch einen Wurmkompost ersetzt, Terrabioponik eben. Die natürliche Methode ist genial: Erneuerbare Energien und Bioabfallrecycling sind ökologisch verknüpft. Praktisch, weil dieses System jedem die Möglichkeit eröffnet, mitten in der Stadt auf kleinstem Raum sein eigenes Gemüse, Obst, Früchte, Kräuter oder Blumen anzupflanzen und sich zu einem ökologischen Mini-Landwirt zu entwickeln. Der große Vorteil: Mit den eigenen saisonalen, dezentralen und regionalen Produkten schonen wir die Ressourcen und ernähren uns gesund.

Optimale Erträge   

Inzwischen hat Bastian Winkler zusammen mit anderen sein Unternehmen Geco-Gardens gegründet. Sie bieten für Hobby-Stadtgärtner zwei Varianten an: Einmal in einem natürlichen Holz-Design, individuell geschreinert. Oder ein modulares System aus Metall und Kunststoffwannen, das würfelförmig angeordnet ist. Um den integrierten Kreislauf herzustellen, werden die Pflanzen mit dem Wurmkompost und dem Wassertank verbunden – sie gießen und düngen sich selbst! „Die Erträge sind optimal, denn die Pflanzen werden permanent mit Nährstoffen versorgt, auch, weil der Kompost natürliche Pflanzenwachstumshormone und viel günstige Mikroorganismen enthält, die das Bodenleben verbessern“, schwärmt der Wissenschaftler.

Ein blühendes Geschäft

Das Geschäft mit den vollautomatischen Gartensystemen blüht, sie haben bereits 20 Systeme verkauft. „Am häufigsten bauen wir Holz-Gartensysteme, die aus drei Pflanzwannen bestehen, einem Wurmkompost und einem Wassertank“, erzählt Winkler. In Absprache mit dem Kunden wird das System individuell an den Standort angepasst. Mit der Konstruktion aus heimischen Hölzern sowie mit solar-betriebener Pumpe und regelbarer Akkubox mit Zeitschaltuhr liegen die Kosten bei rund 1.800 Euro. Langfristig wollen sie größere Stückzahlen über einen Zulieferer realisieren und damit werden die Modelle vermutlich auch preisgünstiger.

Den grünen Daumen drücken

Bevor das Unternehmen Geco-Gardens die Ernte einfährt, müssen die Gründer noch einige Samenkörner einpflanzen. Um die weitere Entwicklung und das Marketing voranzutreiben, haben sie eine Crowdfundig Kampagne abgeschlossen und mit 45.000 Euro die doppelte Höhe des Ziels erreicht. Jetzt entwickeln die Unternehmer gemeinsam mit dem StartUp ‚farmee‘ eine App, mit der Stadtmenschen vieles über das Gärtnern erfahren, beispielsweise welche Pflanze zu welcher Jahreszeit passt, wie lange es nach dem Einpflanzen bis zur Ernte dauert und vieles mehr.

Für das Wachstum des Unternehmens Geco-Gardens drücken alle den grünen Daumen, die den gesellschaftlichen Wandel fördern und sich wünschen, dass ein neues Wirtschaftssystem im Kleinen erblüht.

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